Ok, aber warum #3 – Vortrag: Johanna Meyer-Grohbrügge
2. Juli, 18.30 Uhr, BDA Hamburg, Shanghaiallee 6, Vortrag: Johanna Meyer-Grohbrügge, simply complex
Meyer-Grohbruegge ist ein Architektur- und Designbüro aus Berlin, das einfache räumliche Antworten auf komplexe Fragen sucht und an Wohnbauten, Kunsträumen, Ausstellungs- und Möbelgestaltung arbeitet.
Viele der bereits realisierten Projekte verhandeln das neu, was im Leben so starr scheint wie sonst kaum etwas: die Wohnung und alle in ihr eingeschriebenen Verhältnisse, Vorgaben, Vorstellungen und Versprechen. Beim Projekt Bernauer Strasse, einem Wohngebäude auf dem ehemaligen Todesstreifen Berlin, erschließen spiralförmig aufsteigende Stufen das Haus. Jede Wohnung ist eine volle Drehung, Küche und Bad haben dieselbe Fläche wie alle anderen Räume, Privatheit entsteht durch Lage und Orientierung im Raum. Das Dach gehört allen. In Building Community Kurfürstenstraße (2022) verschränken sich 25 Einheiten wie ineinandergeschobene Finger, ohne Flure, ohne dauerhaft feste Zuordnungen. Was geteilt wird und was privat bleibt, verhandeln die Bewohner:innen selbst. Konsum Karwe ist ein Wohnhaus, das durch die Überlagerung mit dem Bestand eine präzise Unschärfe erzeugt. Die Nagelfabrik Rübenau (2025) ist eine seit 1993 leerstehende Fabrik im Erzgebirge, die mit regionalen Materialien und einer 80 Jahre alten Wasserturbine zum Ferienhaus wurde.
Johanna Meyer-Grohbrügges Vortrag zeigt, mit welchen architektonischen Mitteln sich tatsächlich etwas verändern lässt an den täglichen Herausforderungen im Bewohnen unserer Städte. Als sie bei SANAA in Tokio arbeitete, zog sie kurz nach Fertigstellung ins Moriyama House von Ryue Nishizawa ein. Seit 2021 hält sie den Lehrstuhl für Architektur und Raumgestaltung an der TU Darmstadt.
ÜBER DIE REIHE OK, ABER WARUM?
Wir lieben es, wenn Leute etwas mit Haltung tun. Wenn sie ihrem Motiv folgen, obwohl sie niemand dazu beauftragt hat. Wenn sie für etwas einstehen, weil sie es richtig und wichtig finden – auch, wenn es einfacher wäre, das nicht zu tun. Kommt leider gar nicht so oft vor. Könnte Stadt und Stadtentwicklung aber gut gebrauchen. „Ok, aber warum?" versammelt Menschen, die etwas mit Leidenschaft machen, die erst Grundlagen schaffen, bevor sie handeln, die ein komplexeres Verständnis der Aufgabe voranbringen. Die Veranstaltungsreihe bringt Perspektiven der Architekturproduktion zusammen – mal als Vortrag, mal als Film, mal als Essen und Gespräch.
Von Studio projektbüro, Vertretungsprofessur Architektur, Raum und Gesellschaft, HCU Hamburg
